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Wenn wir auf unseren Reisen durch Istrien unterwegs sind, suchen wir oft nach jenen Orten, die abseits der belebten Küstenpromenaden liegen und eine ganz eigene, fast schon mystische Atmosphäre ausstrahlen. Einer dieser Orte ist zweifellos Dvigrad. Versteckt im grünen Herzen der Halbinsel, ganz in der Nähe der Ortschaft Kanfanar, erhebt sich diese verlassene Ruinenstadt aus dem dicht bewachsenen Tal des Limski-Kanals. Wo früher reges Leben herrschte, wuchern heute Efeu und wilde Feigenbäume über zerfallene Steinmauern. Dvigrad ist kein gewöhnliches Ausflugsziel, sondern ein echter „Lost Place“, der deine Fantasie sofort auf Hochtouren bringt. Wenn du durch das alte Stadttor trittst, spürst du förmlich den Hauch der Geschichte. Wir nehmen dich in diesem Beitrag mit auf eine Zeitreise, verraten dir die dunklen Geheimnisse dieser einstigen Festungsstadt und geben dir alle wichtigen Tipps, damit dein Entdeckungstrip sicher und unvergesslich wird.
Eine Reise in die Vergangenheit: Die Geschichte von Dvigrad
Aufstieg und Blütezeit einer Festungsstadt
Um die Faszination von Dvigrad wirklich zu verstehen, müssen wir einen Blick weit zurück in die Vergangenheit werfen. Der Name Dvigrad bedeutet übersetzt so viel wie „Zwei Städte“ (Due Castelli). Ursprünglich bestand die Siedlung nämlich aus zwei Burgen: Parentin und Moncastell. Während Parentin schon sehr früh verfiel, entwickelte sich Moncastell – das heutige Dvigrad – im Mittelalter zu einer florierenden und strategisch enorm wichtigen Festungsstadt. Bis zu 1000 Menschen lebten hier auf engstem Raum innerhalb der doppelten Ringmauern. Die Lage war perfekt gewählt: Hoch oben auf einem Felsvorsprung gelegen, bot die Stadt eine hervorragende Aussicht auf das gesamte Draga-Tal. So konnten die Bewohner die wichtige Handelsroute, die von der Küste ins Landesinnere führte, optimal kontrollieren und beschützen. Handwerker, Händler und Bauern prägten das Stadtbild, und die prächtige Basilika der Heiligen Sophia im Zentrum zeugte vom Reichtum und der Bedeutung der Gemeinde.
Der Niedergang zur Geisterstadt
Doch die glorreichen Zeiten waren nicht von Dauer. Die Geschichte von Dvigrad ist auch eine Geschichte von Tragödien, Krankheit und Krieg. Ab dem 14. Jahrhundert wurde Istrien immer wieder von verheerenden Pestepidemien heimgesucht, die die Bevölkerung stark dezimierten. Zu allem Überfluss breitete sich in dem feuchten Tal unterhalb der Stadt auch noch die Malaria aus. Als wäre das nicht genug, tobten im 16. und 17. Jahrhundert schwere Konflikte zwischen der Republik Venedig und den österreichischen Habsburgern. Im sogenannten Uskokenkrieg wurde Dvigrad mehrfach angegriffen, geplündert und schwer beschädigt. Diese dramatische Kombination aus Seuchen und ständiger Zerstörung brach den Lebenswillen der verbliebenen Einwohner. Mitte des 17. Jahrhunderts begannen die Menschen, die Stadt endgültig zu verlassen und ins nahegelegene, sicherere Kanfanar umzusiedeln. Im Jahr 1714 verließ schließlich auch der letzte Pfarrer die Ruinen. Seitdem gehört Dvigrad der Natur.
Dein Rundgang durch die Ruinen: Darauf musst du achten
Die richtige Ausrüstung für deine Entdeckungstour
Ein Spaziergang durch Dvigrad ist kein gemütlicher Stadtbummel, sondern vielmehr eine kleine Entdeckungstour durch unwegsames Gelände. Da die Natur die Ruinenstadt im Laufe der Jahrhunderte zurückerobert hat, liegen überall Steinbrocken, und die alten Wege sind stark verwittert. Deshalb ist festes Schuhwerk für deinen Besuch absolute Pflicht. Mit Flip-Flops oder Sandalen riskierst du hier schnell ein Umknicken an den teils rutschigen Felsen.
Außerdem solltest du unbedingt eine Kopfbedeckung und Sonnencreme einpacken, wenn du in den Sommermonaten anreist. Innerhalb der Burgmauern gibt es nur sehr wenig Schatten, und die Hitze staut sich regelrecht zwischen den Steinen. Denk bitte auch daran, dir ausreichend Getränke in den Rucksack zu packen. Oben in der Ruine gibt es keinerlei Kioske, Wasserquellen oder Shops. Wer durch die teils verwinkelten Gassen auf- und absteigt, kommt schnell ins Schwitzen und sollte immer eine Wasserflasche griffbereit haben.
Wichtige Verhaltensregeln und Sicherheit vor Ort
Damit Dvigrad auch für zukünftige Generationen erhalten bleibt und du dich nicht in Gefahr bringst, gibt es vor Ort ein paar wichtige Regeln, die wir dir dringend ans Herz legen möchten. Die Ruinen sind größtenteils nicht gesichert und werden nur sporadisch restauriert. Das bedeutet, dass an vielen Stellen eine akute Einsturzgefahr besteht. Lose Steine können sich jederzeit aus den alten Mauern lösen und herabfallen.
Daher gilt die oberste Regel: Das Klettern auf den Mauern, Gebäuderesten und Torbögen ist strengstens verboten! Bleibe zu deiner eigenen Sicherheit immer auf den ausgetretenen, breiteren Pfaden und betrete keine Gebäude, die instabil wirken. Respektiere die Absperrungen und Schilder vor Ort. Wenn du dich an diese Vorgaben hältst, kannst du die magische Atmosphäre völlig unbeschwert auf dich wirken lassen.
Häufige Fragen zu deinem Besuch in Dvigrad (FAQ)
Wo finde ich Parkplätze vor Ort?
Die Parksituation unterhalb der Ruinenstadt ist etwas speziell. Direkt an der Straße gibt es einen kleinen Imbiss namens „Moncastell“. Wir möchten dich eindringlich darum bitten, dein Auto keinesfalls auf den wenigen Parkplätzen dieses kleinen Lokals abzustellen, es sei denn, du bist dort auch wirklich zu Gast und verzehrst etwas. Die Betreiber sind auf diese Flächen für ihre zahlende Kundschaft angewiesen. Wir haben es vor Ort erlebt, dass es lautstarken Streit zwischen Dvigrad-Besuchern und Imbissbetreiber unter Polizeiandrohung gab. Wenn du nur die Ruine besichtigen möchtest, musst du dein Auto stattdessen etwas weiter entlang der Straße abstellen. Zur Not parkst du am äußersten Straßenrand, achte dabei aber unbedingt darauf, dass der Durchgangsverkehr nicht behindert wird.
Ist die Ruine für einen Besuch mit Baby und Kleinkind geeignet?
Wenn du mit kleinen Kindern reist, ist hier besondere Vorsicht geboten. Die Anlage ist absolut nicht barrierefrei und keinesfalls für einen Kinderwagen geeignet. Die dicken Steine und hohen Stufen würden jeden Ausflug mit dem Buggy sofort beenden. Nimm für ein Baby stattdessen unbedingt eine gute Trage oder ein Tragetuch mit. Wenn du mit einem Kleinkind unterwegs bist, musst du es in den Ruinen konsequent fest an der Hand halten. Die ungesicherten Abgründe, die stolperanfälligen Wege und die lockeren Steine bergen ein hohes Verletzungsrisiko für kleine, neugierige Entdecker.
Kostet die Besichtigung von Dvigrad Eintritt?
Ein großer Pluspunkt dieses Ausflugsziels: Der Eintritt in die Ruinenstadt Dvigrad ist komplett kostenlos. Die Anlage ist nicht von Zäunen komplett verschlossen und prinzipiell jederzeit frei zugänglich. Es gibt weder ein Kassenhäuschen noch offizielle Öffnungszeiten, was den spontanen, wilden Charakter dieses verlassenen Ortes noch einmal unterstreicht.
Hast du weitere Tipps oder Fragen zur Ruinenstadt Dvigrad? Schreibe es gern in die Kommentare unter diesen Beitrag.








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