Ronda und die Puente Nuevo: Sehnsuchtsort in Andalusien

10. Januar 2020
Ronda Andalusien Aussicht von Puente Nuevo

Eine wunderschöne Kleinstadt im Herzen von Andalusien zauberte uns ein Lächeln auf die Lippen. Wer es gerne mal etwas ruhiger, abseits von Großstädten und Touristen mag, ist in Ronda sicherlich gut aufgehoben. Neben Höhenmeter und Kopfsteinpflaster hat Ronda viele schöne Ecken, die zum Schlendern und Verweilen einladen. Auf einem Felsplateau thronend und einer steil abfallenden Schlucht ist Ronda eine der letzten maurischen Bastionen Spaniens. Wir stellen dir Ronda einmal vor.

Wenn du eine Unterkunft in Ronda suchst, können wir dir diese Seite empfehlen*. Hier findest du zahlreiche Angebote in unterschiedlichen Preisklassen. Achte gerade in Ronda unbedingt auf eine Unterkunft mit zugehörigem Parkplatz, sofern du mit dem Auto unterwegs bist.

Puente Nuevo – Highlight in Ronda

Pueblos Blancos in Ronda Neustadt

El Mercadillo, die Neustadt Rondas

Das Wahrzeichen von Ronda kennst du sicherlich bereits von Postkarten oder zahlreichen Instagram-Beiträgen. Doch wenn man erst auf der Brücke steht und die Aussicht im perfekten Lichteinfall sieht, lässt dies auch schon mal Gänsehaut zu. So sind wir von unserer wundervollen Unterkunft Alavera de los Baños* hoch hinauf zur Brücke. Neben einem kurzen, jedoch sehr steilen Anstieg sind wir oben angekommen – zwischen Altstadt und der Neustadt El Mercadillo, wo ein pueblo blanco liegt.

Blick Altstadt Ronda auf die Neustadt

Von der Altstadt in Ronda kannst du direkt auf die Neustadt blicken und hinüberlaufen

 

Schon kurze Zeit später stellen wir den Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Ronda fest. Nur die in 120m Höhe befindlichen Puente Nuevo über dem Rio Guadalevín verbindet beide Stadtteile. Die sogenannte „neue Brücke“ wurde von 1751 bis 1793 erbaut.

Aussicht Sonnenuntergang von der Puente Nuevo

Optimaler Blick auf die Puente Nuevo

Um einen guten Blick auf die Brücke zu bekommen, lohnt sich einerseits der Aufstieg in den Jardines De Cuenca. Beim „Mirador de Cuenca“ habt ihr einen guten Blick auf die Brücke. Achtung: für diesen Garten gibt es Öffnungszeiten: Täglich 8-19 Uhr (Stand 2019).

Terasse Gärten Ronda

Bei unserem Rückweg zur Unterkunft war es nicht mehr möglich hier nochmal zu stoppen, um die beleuchtete Brücke zu bestaunen. Um die Brücke von der anderen Seite zu bestaunen, muss ein steiler Weg bewältigt werden. Vom Mirador La Hoya del Tajo hat man nicht nur einen Blick auf die Brücke, sondern auch auf die gleichnamige Schlucht. Wir sind mit dem Auto heruntergefahren, da wir direkt von dort dann weitergefahren sind – zu Fuß aber auch möglich, abwärts wie aufwärts. 🙂

Anfahrt zum Aussichtspunkt mit Blick auf Puente Nuevo

Die Zufahrtsstraße zum Aussichtspunkt auf die Puento Nuevo ist steil und etwas versteckt

Blick auf die Puente Nuevo in Ronda

Das bekannteste Motiv auf die Puente Nuevo ist sicherlich frontal aus dieser Perspektive

Die Brücke besteht aus vier Torbögen, wovon zwei kleinere die Überführung bilden. Der Haupttorbogen reicht fast bis zum Fluss hinunter, jedoch ist hier der vierte Torbogen, unter dem sich der Rio Guadalevín hindurch schlängelt. Der Bauherr der Brücke war der Spanier José Martin de Aldehuela, über den das Gerücht kursiert, dass er sich nach der Fertigstellung der Puente Nuevo von der Brücke hinabstürzte mit der Begründung, solch ein architektonisches Bauwerk niemals wieder bauen zu können.

 

Stierkampfarena in Ronda

Der Architekt José Martin de Aldehuela baute zudem auch die Stierkampfarena in Ronda, eine der ältesten Arenen in ganz Spanien. In der Neustadt befindlichen Plaza de Toros de Ronda ist die kreisrunde Anlage zu sehen, welches oftmals als Vorbild für andere Stierkampfarenen genutzt wird. Diese wurde 1785 offiziell eingeweiht. Pedro Romero (1754 bis 1839), der über 6000 Stiere tötete, gilt als Vater der modernen Stierkämpfer und prägt den klassischen Ronda-Stil.

Stierkampfarena Ronda

Die aus Sandstein errichtete Stierkampfarena kann bis zu 6000 Zuschauer fassen und einen Platz auf zwei übereinander liegenden Galerien anbieten. Francesco Romero (1700 bis 1763) prägte die Regeln des Stierkampfes, die bis heute noch gültig sind. Ursprünglich wurde auf dem Rücken der Pferde der Stier durch die Arena gejagt. Heutzutage erfolgt dies jedoch per Fuß. Wer glaubt, dass die rote Farbe des Tuches den Stier wild macht, täuscht sich: Die schnellen Bewegungen des Tuches durch den Matador machen den Stier so wild.

Wer ebenso wie wir kein Freund von Stierkämpfen ist (auch wenn diese nur noch sehr selten stattfinden), kann sich dennoch die Arena von innen ansehen. Die Arena und das dazugehörige Museum kannst du täglich besuchen. Die Öffnungszeiten variieren je nach Jahreszeit:

Januar-Februar: 10:00-18:00
März: 10:00-19:00
April-September: 10:00-20:00
Oktober: 10:00-19:00
November-Dezember: 10:00-18:00

 

Stadt der Brücken

Puente Viejo

Die Puente Viejo in Ronda ist bei weitem nicht so groß wie die Puente Nuevo

Die anderen beiden Brücken neben der allbekannten Puente Nuevo sind Puente Viejo und Puente Romano. Dabei ist die Puente Viejo Brücke die älteste und kleinste der drei Brücken Rondas. Diese wurde 1616 erbaut und hat ca. 120 Meter Tiefe.

Wenn du einen Tagesausflug nach Ronda planst und nicht mit dem eigenen Auto unterwegs bist, können wir dir eine der hier angebotenen Touren empfehlen*.

 

Darf’s ein bisschen heißer sein? – Die Baños Arabes

Banos Arabes Gewölbemauern

Zufälligerweise lagen die Baños Arabes neben unserer tollen Unterkunft, ansonsten muss man ein wenig nach ihnen suchen. Hierbei handelt es sich um eine alte Wellnessanlage aus der Zeit der Mauren. Wir wurden oft nach dem Weg gefragt, da der Eingang recht unscheinbar ist und keine Parkplätze davor zur Verfügung stehen.

Wenn du die Banos besuchen möchtest, sei dir vorher unbedingt der Parksituation bewusst, die prinzipiell in Ronda nicht besonders gut ist.

Ihre Entstehung reicht bis ins 13. bzw. 14. Jahrhundert zurück. Da die Bäder neben dem Arroyo de las Culebras (Schlangental) gebaut wurden, bat dieser Platz eine optimale Wasserversorgung an, was zum Erheizen der Bäder notwendig war.

Ruinen der Banos Arabes

Das System der Wasserversorgung wirkt ausgeklügelt, sodass unterschiedliche Temperaturen in drei Bädern vorhanden waren. Im ersten Raum waren eher kältere Temperaturen anzutreffen. Dieser Raum wurde zum Entspannen und Abkühlen genutzt. Der zweite und größte Raum war urprünglich mit Kissen und Decken eingerichtet und mittelmäßig warm, sodass auch hier Massagen genossen werden konnten. Der dritte und heißeste Raum ähnelte einer Dampfsauna. In einem kurzen Video bekommst du hier auch die durchdachte Beheizung der Anlage erklärt. Durch hufeisenähnliche Bögen und Tonnengewölben werden die drei Bereiche umrahmt sowie durch verglaste Lichtöffnungen in Form von Sternen beleuchtet.

Dach Belüftung Banos Arabes

Den nach wie vor gut erhaltenen Ziehbrunnen kannst du auch heute noch bestaunen. In diesem alten Viertel aus der Zeit der Mauren kannst du definitiv Zeit verbringen.

Hast du weitere Fragen zu Ronda? Stell sie gerne in den Kommentaren.

Weitere Beiträge zu Andalusien findest du hier:

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