Alhambra – Prunkvoller Palast der Nasriden

14. April 2019
Alhambra Sierra Nevada Ausblick Granada

Die Alhambra ist absoluter Besuchermagnet, seit 1984 Weltkulturerbe und eine der Sehenswürdigkeiten schlechthin in Spanien. Nahezu alle Touristen pilgern zum arabischen Palast aus dem Mittelalter, der besonders durch die Nasridenpaläste bekannt ist. Im Beitrag stellen wir dir die Alhambra ausführlich vor und gehen auf das Hauptproblem ein: die Eintrittskarten – speziell für die Nasridenpaläste.

Anreise zur Alhambra

Die Alhambra liegt erhaben oberhalb von Granada und ist typischerweise mit dem Auto gut zu erreichen. Ab einer geschätzten Entfernung von 10 Kilometer bis Granada ist die Alhambra gefühlt an jeder Straßenkreuzung ausgeschildert.

Mit dem Mietwagen

Granada liegt nicht wie Malaga oder Almeria am Meer, ist verkehrstechnisch jedoch ganz gut angebunden. Wir sind von Malaga aus mit dem Auto auf der Autobahn A-7 die Küste entlanggefahren und anschließend die A-44 hoch nach Granada. Die Autobahnen sind nicht mautpflichtig und gut ausgebaut.

Unser Tipp: Achte unbedingt auf die Geschwindigkeitsbegrenzungen, Bußgelder sind in Spanien deutlich höher als in Deutschland.

Mit dem Flugzeug

Granada hat einen eigenen Flughafen (GRX), der von Deutschland aus z.B. mit easyjet von Berlin-Tegel aus angeflogen wird. Wir sind bis Malaga geflogen und anschließend mit dem Mietauto etwa 2 Stunden auf der gut ausgebauten Autobahn gefahren.

Unser Tipp: Buche einen Flug bis Malaga, miete dir anschließend ein Auto und erkunde damit das wirklich tolle Andalusien. Wir empfehlen dir den übersichtlichen und umfassenden Vergleich auf Skyscanner* für die Suche nach einem passenden Flug bzw. einem Mietwagen.

 

Parken an der Alhambra

Parken ist an der Alhambra in der Regel ohne Probleme möglich. Es stehen insgesamt 4 offizielle Parkplätze zur Verfügung, die terrassenmäßig angeordnet und wenige Gehminuten vom Alhambra-Komplex entfernt sind. Bei unserem Besuch zur Nebensaison (März) waren etwa 2/3 der Parkplätze komplett leer, im Sommer zur Hauptsaison kann das jedoch etwas anders aussehen.

Parkplatz Alhambra

Die Parkgebühren an der Alhambra sind nicht billig, aber absolut im Rahmen und nicht vergleichbar mit Fantasiezahlen wie „35€ pro Tag für das Parken in Granada“, was man im Internet oft liest. Die Parkgebühr bezieht sich auf den exakten Minutenpreis, zusammen und beträgt wie folgt (Stand März 2019):

Auto

Erste Minute: 1,00 €
Jede weitere Minute: 0,0303 €
Maximalbetrag pro Tag: 19,20 €

Caravan oder Bus

Erste Minute: 1,6821 € (Oktober-Mai), 3,0721 € (Juni-Sept.)
Jede weitere Minute: 0,0491 € (Okt.-Mai), 0,08965 € (Juni-Sept.)
Maximalbetrag pro Tag: 31,05 € (Okt.-Mai), 56,75 € (Juni-Sept.)

Willst du die Alhambra inkl. der Nasridenpaläste in Ruhe und mit Pausen erkunden, brauchst du knapp 4 Stunden. Mit dem Auto kostet dich das eine Parkgebühr von etwa 8 Euro.

 

Bedeutung und Geschichte

Die Anfänge der Alhambra gehen auf die sog. „Rote Burg“ zurück – im Arabischen qasr al-hambra, welche durch die Ziriden-Herrscher im 11. Jahrhundert erbaut wurde. Mitte des 13. Jahrhundert machte der erste Nasridenherrscher Granada zu seiner festen Residenz und begründete als Mohammend I. seine eigene Dynastie. Er veranlasste zunächst den Bau einer Zitadelle auf dem Gelände der Alhambra. Unter seinen Kalifen-Nachfolgern wurde die Alhambra zwischen dem 13. Und 15. Jahrhundert zu einer prächtigen Palastanlage erweitert. Um die Vorstellung von schwindender Macht Lügen zu strafen, schufen die Kalifen der Nasriden-Dynastie ein Paradies auf Erden. Die fantasievolle Verarbeitung von Fliesen, Stuckgips und Holz stand dabei im Vordergrund. Die Mauren wollten mit der Alhambra klar zeigen, was sie haben.

Fliesen Verzierungen Alhambra

Die fantasievolle Verarbeitung von Fliesen, Holz und Stuckgips zieht sich quer durch die Nasridenpaläste

 

Zeitplan für die Alhambra und Öffnungszeiten

Für deinen Besuch in der Alhambra solltest du etwa 4 Stunden einplanen, um dir alles mit ausreichend Zeit anschauen zu können. Natürlich schaffst du die Besichtigung der Anlage auch mit weniger Zeit, aber die weitläufige Anlage lädt zum Verweilen ein, zum Durchrennen ist es zu schade. Die Alhambra ist täglich von 8:30 -20 Uhr geöffnet, im Winter jedoch nur bis 18 Uhr. Zusätzlich ist für Nachtbesuche geöffnet, um die Alhambra unter besonders imposantem Licht zu besichtigen. Die Abendöffnungszeiten lauten wie folgt:

  • Dienstag-Samstag 22-23:30 Uhr im Sommer
  • Freitag und Samstag 20-21:30 Uhr im Winter

 

Sehenswürdigkeiten der Alhambra

Palaststadt und Gärten

Einen Großteil der Fläche bildet die ehemalige Palaststadt der Alhambra. Heute findest du hier hauptsächlich Grünanlagen und archäologische Ausgrabungen. Das weitläufige Areal vermittelt dir einen guten Eindruck dessen, wie es hier einmal ausgesehen haben muss. Besonders beeindruckend ist die Promenade mit akkurat geschnittenen Zypressenbäumen.

Park Alhambra Impression

Park Alhambra Palmen Impression

Archäologische Ausgrabungen auf dem Alhambra Gelände

Auf dem Weg zu den Nasridenpalästen sowie der Alcazaba kommst du außerdem auch an einer Kirche vorbei, der Santa María de la Alhambra.

Kirche Santa Maria de la Alhambra

Mit der Santa Maria de la Alhambra gibt es sogar eine Kirche im Alhambra-Komplex

Palast Carlos V.

Der Palast Carlos V ist im Stil der Renaissance erbaut und heute Sitz des Museo de Bellas Artes und des Museo de la Alhambra, wo die Kunstwerke der Nasriden gezeigt werden. Davor tummeln sich viele Besucher, hier finden sich auch kleine Shops sowie Toiletten.

Palast Carlos V Alhambra

Im Palast Carlos V werden heute die Kunstwerke der Nasriden gezeigt

Alcazaba

Die Alhambra ist umgeben von der befestigten Stadtmauer umgeben, welche von außerhalb sehr gut zu sehen ist. Die im 11. Jahrhundert angelegte Festung ist heute größtenteils eine Ruine, wenn du jedoch genügend Zeit hast, dann lohnt sich ein Besuch dennoch.

Alcazaba Alhambra Ausblick Granada

Die Befestigung der Alhambra ist von weitem gut sichtbar

Nasridenpaläste

Die Nasridenpaläste sind das Herzstück und Hauptziel bei deinem Besuch der Alhambra. Der Eintritt für die Nasridenpaläste kostet extra und die Warteschlangen hierfür sind sehr lang.

Unser Tipp: Ein Besuch der Alhambra ohne Besichtigung der Nasridenpaläste ist nur die Hälfte wert. Auch wenn du anstehen musst oder vielleicht nicht so viel Zeit hast – das solltest du dir nicht entgehen lassen!

Die Paläste selbst waren der Regierungssitz und Privatresidenz der maurischen Herrscher. Entsprechend prunkvoll wurden die Palastgemächer gestaltet, mit arabischen Schriftzügen aus Stuck versehen und reich verziert.

Löwenhof in den Nasridenpaläste

Garten Nasridenpaläste

Sala de los Abencerrajes Stalaktitengewölbe Nasridenpaläste

Verzierungen Nasridenpaläste

Das beliebteste Fotomotiv ist der Patio de Arrayanes: Das Wasserbecken mit dem Säulengang im Hintergrund wirft sein Licht in die umliegenden Räumlichkeiten.

Patio de Arrayanes Nasridenpaläste

Der Patio de Arrayanes ist ein beliebtes Fotomotiv innerhalb der Alhambra

Unser Tipp: Achte hierbei darauf, dass du deinen Rucksack vorn oder in der Hand trägst. Im schlimmsten Fall wirst du jedoch locker vom Personal darauf hingewiesen.

Weitere Attraktionen sind der Alcázar mit dem Thronsaal, der Sala de Embajadores, dem Stalaktitengewölbe in der Sala de los Abencerrajes sowie dem Löwenhof mit dem zentralen Löwenbrunnen.

Beim Verlassen der Alhambra läufst du durch Gärten mit Wasserbecken, den sogenannten Jardines del Partal. Dies ist einer der ältesten Teile der Alhambra, wo früher ebenfalls Paläste standen. Heute findest du nur noch einen kleinen Säulengang mit fünf Bögen mit einem länglichen Wasserbecken davor. Auch hier kannst du natürlich eindrucksvolle Fotos schießen.

Der Bereich um den Palacio del Partal ist mit der älteste der ganzen Anlage

 

Generalife – Sommerresidenz der Nasriden

Der nordöstlich der Alhambra gelegene Generalife war die Sommerresidenz der Nasriden. Klingt zunächst erstmal etwas komisch – eine „Sommerresidenz“ wenige hundert Meter von der Hauptresidenz entfernt. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Ausblick Generalife Alhambra

Von der Alhambra ist es nicht weit zur Sommerresidenz der Nasriden-Könige: Dem Generalife

Im Generalife konnte man den Palastintrigen entkommen und von hoch oben auf die Stadt blicken. Der Name Generalife stammt dabei von „Yanat al-Arif“, was gemeinhin „der Garten des erhabenen Paradieses“ bedeutet. Tatsächlich ist der Garten wunderschön und lädt sicher auch dich zu einem schönen Spaziergang ein. Kern ist hier der Patio de la Acequia, der ein Wasserbecken mit eindrucksvollen Wasserspielen beherbergt.

Patio de la Acequia Generalife

Im eindrucksvollen Patio de la Acequia mit seinen Wasserspielen innerhalb des Generalife lässt es sich gut aushalten

Unser Tipp: Besuche den Generalife kurz vor Sonnenuntergang. Die größten Besuchermassen sind zu diesem Zeitpunkt längst weg und du kannst in Ruhe die Anlage genießen.

Sonnenuntergang Generalife

Zum Sonnenuntergang wirkt der Generalife besonders eindrucksvoll

 

Alhambra Eintrittspreise und Tickets

So beeindruckend die Alhambra ist, so sehr ist sie natürlich auch von Besuchern überlaufen. Unzählige Touristen pilgern täglich nach Granada, um den maurischen Palast zu besichtigen. Die Eintrittspreise für die Alhambra und auch die Nasridenpaläste ist sind sehr günstig, du musst sie nur rechtzeitig kaufen.
Die Karten für die Alhambra kannst du zwar auch vor Ort kaufen, jedoch auch online auf der offiziellen Ticketseite der Alhambra.

Name Ticketbeinhaltetkostet pro Person
Alhambra GeneralAlcazaba, Nasridenpaläste, Generalife14 €
Night Visit to Nasrid PalacesNasridenpaläste zu den Abendöffnungszeiten8 €
Gardens, Generalife and AlcazabaGärten, Palaststadt, Alcazaba, Generalife und Partal7 €
Night Visit to Gardens and GeneralifeGärten und Generalife zu den Abendöffnungszeiten5 €
Alhambra Experiences

Nasridenpaläste am Abend und Gärten sowie Generalife am Tag - 2 aufeinanderfolgende Tage14 €

Alle Tickets, die einen Besuch der Nasridenpaläste beinhalten, sind auf Monate im Voraus ausgebucht – auch in der Nebensaison! Sobald du deinen Urlaub für Andalusien planst, solltest du dich um Tickets für die Alhambra kümmern. Auf der offiziellen Ticketwebseite siehst du über ein einfaches Ampelsystem, ob zum gewünschten Tag noch Tickets verfügbar sind. Diese kannst du bis zu 2 Stunden vor deinem Besuch online kaufen.

Unser Tipp: Sind zu deinem gewünschten Datum keine Tickets verfügbar, gib nicht auf! Die Ticketkontingente werden täglich aktualisiert, sodass plötzlich auch wieder Karten vorhanden sein könnten. Sieh hierzu ruhig 1-2x täglich nach. Zur Not kaufst du dir zunächst einfache Tickets für 7 Euro.

Für die Gärten, die Alcazaba und den Generalife kannst du dir soviel Zeit lassen, wie du möchtest. Bei den Nasridenpaläste gibt es Zeitslots, die du zwingend einhalten solltest. Hier gibt es eine extra Einlasskontrolle mit Taschenkontrollen und sogar Spürhunden. Bei unserem Besuch haben wir mitbekommen, wie ein paar Touristen der Eintritt verwehrt wurde – Sie hatten zwar Tickets für die Nasriden gekauft, waren jedoch 15 Minuten zu spät.

Warteschlange Nasridenpaläste Alhambra

Obwohl es feste Zeitslots für die Besuche innerhalb der Alhambra gibt, sind die Warteschlangen recht lang.

Wenn du keine Chance auf Tickets für die Nasridenpaläste hast, dann gibt es jederzeit auch die Möglichkeit, eine geführte Tour zu buchen. Die Ticketpreise sind hier höher als auf der offiziellen Seite, je nach Tour hast du jedoch noch einen Guide dabei. Wir haben dir hier ein paar mögliche Touren aufgelistet.

Aussichtspunkte auf Alhambra und Sierra Nevada: Albaicin

Albaicín ist der älteste Stadtteil Granadas mit schmalen, verwinkelten Gassen und glattem Kopfsteinpflaster. Er liegt gegenüber der Alhambra auf der Anhöhe, du kannst das Viertel von den Nasridenpalästen aus schon sehr gut erkennen. Es gehört ebenso wie die Alhambra zum UNESCO Weltkulturerbe.

Blick von Alhambra auf Albaicín

Von den Nasridenpalästen aus hast du einen schönen Blick auf Albaicín

Hier findest du jede Menge kleine Läden, die verschiedene Dinge wie Tücher, Armreifen oder orientalische Lampen verkaufen. Außerdem reihen sich hier Restaurants aus der arabischen Welt aneinander: Aus der syrischen, marrokanischen, türkischen oder auch libanesischen Küche ist sicherlich auch für dich was dabei!

Vom Albaicín aus genießt du einen wundervollen Blick auf die Alhambra, sogar die Sierra Nevada mit ihren schneebedeckten Gipfeln kannst du im Hintergrund erkennen. Wir empfehlen dir die Aussichtspunkte Mirador de San Nicolas oder Mirador de San Cristobal. Von beiden hast du einen herrlichen Ausblick, wo du bei einem Bierchen oder einem Wein den Sonnenuntergang genießen kannst. Sei dir jedoch bewusst, dass nicht nur du von den Aussichtspunkten weißt: Gerade zum Abend sind hier viele Menschen unterwegs, die alle einen Blick erhaschen wollen.

Aussichtspunkt Mirador de San Nicolas

Die Aussichtspunkte auf die Alhambra sind gut besucht, so wie hier der Mirador de San Nicolas

Alternativ hast du auch von der Straße Carrera del Darro freien Blick, mit dem Auto hast du jedoch ein Parkproblem.

Unser Tipp: Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, kannst du für günstig Geld auf dem bewachten Parkplatz am Colegio Ave María San Cristóbal parken. Von hier schlenderst du durch du die schönen Gässchen von Albaicín.

 

Granada: Wasserpfeife, Baklava, Orangenbäume und Tapas

Unter der Herrschaft der Mauren war Granada eine muslimisch geprägte Stadt mit zahlreichen Moscheen. Deren Einflüsse sind auch heute noch in der Stadt spürbar, gerade im Viertel Albaicín. In Granada findest du einen Kontrast aus Arabien und dem typisch Spanischen. So gibt es an der einen Ecke Wasserpfeife und Baklava und 50 Meter weiter Tapasbars und Orangenbäume. Neben dem Besuch der Alhambra lädt dich Granada definitiv ein, länger zu bleiben…

 

Was hat dir in der Alhambra am besten gefallen? Was findest du außerdem in Granada besonders empfehlenswert? Schreib es gern in die Kommentare!

Du willst noch mehr Insiderwissen und Tipps für diese Umgebung? Dann solltest du dir diese Beiträge auch mal anschauen:

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