Palau Güell – Eines der ersten Werke von Antoni Gaudí

7. Januar 2018
Palau Güell Barcelona Ausblick

Der Palau Güell in Barcelona ist ein sehr frühes Werk von Gaudí und eines der bekanntesten Bauten des Modernisme. Der nach dem Grafen Eusebi Güell benannte Palau – katalanisch für Palast – befindet sich im Stadtteil Raval in unmittelbarer Nähe zur Rambla und ist seit 1984 Weltkulturerbe. Wenn ihr in Barcelona seid, solltet ihr das nicht verpassen!

Wo ist der Palau Güell und wie kommt man hin?

Adresse

Das Palau Güell liegt direkt an der La Rambla in einer kleinen und engen Seitenstraße, sodass die Fassade kaum zur Geltung kommt und auf den ersten Blick etwas unscheinbar ist. Die genaue Adresse lautet Carrer Nou de la Rambla, 3-5. In der Nähe befindet sich auch der berühmte Mark La Boquera, den ihr bei eurem Barcelona-Trip natürlich nicht verpassen solltet. Im Beitrag zu unseren Top 10 der Bars und Restaurants in Barcelona erfahrt ihr mehr.

Anreise mit der Metro

Mit der Metroline L3 steigt ihr direkt an der Station Liceu aus und habt nur noch etwa 200 Meter Fußweg vor euch. Alternativ steigt ihr an den Stationen Catalunya oder Drassanes aus und flaniert die La Rambla entlang. 😉

Anreise mit dem Bus

Natürlich könnt ihr auch mit dem Bus anreisen, ihr erreicht den Palau Güell mit dem Hop-on Hop-off Bus „Bus Turístic“ und steigt bei Colom-Museu Marítim (Kolumbus-Denkmal) aus. Alternativ fahren die normalen Buslinien V13 und 59 die Rambla entlang.

Von außen sieht der Palau Güell recht unscheinbar aus, euch wird jedoch sicherlich die besondere Deko am Eingang auffallen…

Kunstvolle Verzierung am Eingang des Palau Güell

Schon am Eingang zeigt sich die Detailversessenheit von Antoni Gaudi.

Wann hat der Palau Güell geöffnet?

Der Palau Güell hat verschiedene Öffnungszeiten für Sommer und Winter.

Sommer 1. April – 31. Oktober: 10:00 – 20:00 Uhr

Winter 1. November – 31. März: 10:00 – 17:30 Uhr

Geschlossen ist der Palau Güell immer montags (ausgenommen an öffentlichen Feiertagen), an den beiden Weihnachtsfeiertagen, an Neujahr sowie für die jährliche Instandhaltung in der dritten Januarwoche. Tickets könnt ihr bis spätestens eine Stunde vor Schließzeit kaufen. Wenn ihr in Barcelona seid, solltet ihr euren Besuch im Palau in jedem Fall etwas vorausplanen. Nicht dass ihr etwa montags euren letzten Tag in Barcelona habt und vor verschlossener Tür steht…

Wie teuer ist der Eintritt?

Es gibt für den Palau Güell verschiedene Ermäßigungsstufen sowie ab und an Freikarten, womit ihr günstig hineinkommt. Im Eintrittspreis enthalten ist jeweils ein umfangreicher Audioguide.

  • Normalpreis: 12 €
  • Ermäßigt: 9 € (gilt für Studenten, Alleinerziehende bzw. Rentner ab 65)
  • Kinder: 5 € (Alter 11-17)
  • Kinder unter 10 Jahren: Kostenlos

Die Preise beziehen sich auf unseren letzten Besuch im März 2019. Weitere Infos zu den Eintrittspreisen findet ihr auf der offiziellen Webseite

Freikarten für den Eintritt in den Palau Güell

Während der Sommeröffnungszeiten (1.4.-31.10.) werden sonntags immer kostenlose Eintrittskarten für den Palau Güell verteilt. Die Anzahl der verfügbaren Tickets ist jedoch nicht bekannt. Die Karten werden an jedem Sonntag zwischen 16:45 und 19:00 Uhr vergeben, sodass der Eintritt für euch von 17-20 Uhr kostenfrei ist. Wenn ihr euer Glück etwas herausfordern wollt, solltet ihr unbedingt einige Zeit vor 16:45 zum Palau Güell aufbrechen. Wir waren bei unserem Besuch ca. 16:30 Uhr dort und die Warteschlage war sicherlich 40-50 Meter lang. :/

Weitere Tipps zu kostenlosen oder günstigen Sehenswürdigkeiten in Barcelona: Hauptbeitrag zu Barcelona

Impression Palau Guell Holzdecke

Jeder einzelne Raum im Palau Güell beeindruckt durch seine Details

Prinzipiell braucht man so ca. 1,5 Stunden für euren Besuch im Palau Güell. Habt ihr euer Ticket kann es sein, dass ihr etwas warten müsst, bis ihr reinkommt. Das ist aber nicht schlimm, in kleineren Gruppen ist der Palau nicht so überlaufen und entfaltet eine andere Wirkung als wenn er voll mit Besuchern wäre. 😉

Was gibt es zu sehen?

Ursprünglich sollte der Palau Güell ein Mehrzweckbau werden – für Wohnungen, Ausstellungsfläche sowie Veranstaltungsräume für besondere gesellschaftliche Anlässe. Dazu standen Gaudi nicht mehr als 18×22 Meter Grundfläche zur Verfügung, was nicht gerade viel ist, um einen ‚Palast’ zu bauen. Dennoch löste Gaudi die Aufgabe von seinem Auftraggeber Güell mit Bravour, er erschuf ihm eines der bedeutendsten Gebäude des Modernisme. Die Besonderheit ist, dass Gaudi es hinbekommen hat, das Gebäude deutlich größer erscheinen zu lassen.

Keller Palau Guell

Im dunklen Kellergeschoss waren früher die Pferde untergebracht

Der Palau Güell an sich ist ein recht dunkler Palast, der sich über mehrere Etagen erstreckt. Angefangen beim Keller des Palastes, welcher früher die Pferdeställe beheimatet hat. Das war für Gaudi durchaus okay, denn damit meinte Gaudi die Hölle, welche er sich dreckig und besonders dunkel vorstellte. Im Gegensatz dazu setzt Güells Baumeister das Dach als Symbol des Himmels, den er sich als außerirdisch vorstellte. Gaudi´s Sinn für die Natur und verspielte Deko-Elemente, welche wir bereits in einem ausführlichen Beitrag über Antoni Gaudi selbst vorgestellt haben, sind dabei herausragend. Wie auch in der Casa Milà oder der Casa Batlló ist die Dachterrasse durch insgesamt 20 Schornsteine und Lüftungsschächte ganz besonders gestaltet. Von dort habt ihr einen fantastischen Ausblick auf Barcelona und einige andere Sehenswürdigkeiten der Stadt. 🙂 Das ist besonders bei schönem Wetter beeindruckend, ein Besuch bei Regen können wir jedoch auch empfehlen, da der Großteil natürlich im Gebäude zu besichtigen ist.

Palau Guell Bunte Schornsteine

Besonders beeindruckend sind natürlich die Schornsteine auf der Dachterrasse.

Zwischen Keller und Dach gibt es natürlich noch einiges mehr zu sehen. 😉 Im Hochparterre waren Arbeitsräume sowie Bibliothek des Bauherren Güell untergebracht. Ebenso seht ihr hier die prächtige Eingangshalle, welche die Treppe hinauf zur Etage der Familie Güell beinhaltet.

Aufgang Palau Guell

Allein der Aufgang zu den oberen Etagen beeindruckt jeden Besucher aufs Neue.

Zentral in der Beletage ist ein 17 Meter hoher und mit Verzierungen verschönerter Salon, der durch eine Kuppel abgeschlossen wird. Diese sollte mit ihren kleinen Einlässen den Himmel darstellen.

Palau Guell Festsaal

Im Festsaal des Palau fanden regelmäßige Konzerte und Vorträge statt. Selbst ein Gottesdienst war mithilfe der eingebauten Kapelle möglich.

Festsaal Palau Guell Dach

Die Decke des Festsaals soll das Firmament darstellen, die kleinen Löcher jeweils die Sterne

Genutzt wurde er früher für besondere gesellschaftliche Anlässe oder gar Gottesdienste. Im zweiten Stockwerk findet ihr die ehemaligen Privaträume der Familie Güell mit getrennten Schlafzimmern, darüber im Dachgeschoss waren Räume für das Personal bzw. Versorgungsräume wie Küche oder Speisekammer.

Palau Guell Schlafzimmer Isabel Guell Lopez

Die Schlafzimmer von Eusebi Güell und seiner Frau Isabel waren getrennt, jedoch miteinander verbunden. Die meisten Räume hatten dabei einen eigenen Kamin, oft persönlich von Gaudi entworfen.

 

Was ist das Besondere am Palau Güell?

Als Gaudi von seinem Mäzen, dem Industriellen Eusebi Güell 1885 mit dem Entwurf eines Stadtpalastes beauftragt wurde, war er noch ein recht unbekannter Künstler. Dennoch schenkte Güell ihm sein Vertrauen, was er auf beeindruckende Weise zurückzahlte. Erstmals zeigt sich hier Gaudis Art, Strukturelemente in die Dekoration einfließen zu lassen. Eigentlich kann man sogar sagen, dass sein Stil hier ‚geboren’ wurde, der sich in vielen späteren Werken wie der Casa Batlló, der Casa Milà oder etwa dem Park Güell erneut zeigte. Der Palau wurde ab 1886 gebaut und zur Weltausstellung 1888 in Barcelona eröffnet – wie übrigens auch das Kolumbus-Denkmal unweit des Palau Güell oder die Parkanlage im Parc de la Ciutadella inklusive des Font de la Cascada, an dem Gaudi übrigens auch mitwirkte. Die bunten, markanten und für Gaudi so typischen Schornsteine wurden übrigens erst um 1895 auf dem Dach installiert.

Palau Guell von aussen

Der Palau Guell sieht von außen zwar schick aus, jedoch keineswegs so imposant wie etwa die Casa Battló. Geht man weit genug weg, kann man jedoch die bunten Schornsteine erkennen.

Ebenso besonders ist das zunächst Unscheinbare am Palau Güell. Durch die Lage der engen und kleinen Seitenstraßen kommt die eigentlich besondere Fassade nicht groß zur Geltung. Mit Ausnahme der Schornsteine weist also nicht viel auf das prachtvolle Innere hin. Umso prächtiger gestaltete Gaudi den Palau – mit Marmor, Eisen und viel Holzarbeiten.

Eure Meinung zum Palau Güell?

Habt ihr euch dieses frühe Werk von Antoni Gaudi schon angeschaut? Was ist für euch das Besondere? Wie seht ihr es im Vergleich zur Casa Batlló oder der Casa Milà Schreibt es gern in die Kommentare 😉

 

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