Wildschützensteig & Jägersteig – Unterwegs auf spannenden Pfaden im Schrammsteingebiet

2. August 2021
Wildschützensteig Jägersteig Treppen

Zuletzt aktualisiert am 2. August 2022

Die Aussicht auf die Schrammsteine zählt zu den spektakulärsten in der Sächsischen Schweiz. Doch auch der Weg dorthin ist alles andere als langweilig. Beliebt sind vor allem der Wildschützensteig und der Jägersteig, die wir euch hier einmal vorstellen wollen. Beides sind keine eigenen Wanderziele, aber durchaus spannend und lohnenswert, wenn du eine abwechslungsreiche Sächsische Schweiz Wanderung suchst.

Wildschützensteig: Nur im Aufstieg möglich

Bist du das erste Mal in der Sächsischen Schweiz, dann ist ein Besuch der Schrammsteinaussicht fast schon Pflicht. Führt dich deine Wanderung aus Richtung Bad Schandau oder Ostrau zu den Schrammsteinen, dann wirst du höchstwahrscheinlich den Wildschützensteig oder den Jägersteig laufen. Der wichtigste Unterschied: Der Wildschützensteig ist eine Einbahnstraße, du darfst ihn nur aufwärts wandern. Das ist auch sinnvoll, denn gerade am Wochenende bei schönem Wetter laufen unzählige Outdoorfans diese Route. Gegenverkehr würde zu endlosen Warteschlangen führen. Und das macht doch keinen Spaß, oder?

Schrammsteinaussicht mit Falkenstein

Der Wildschützensteig kommt dem Charakter einer Stiege recht nahe, obwohl du ihn nicht im Ansatz mit Häntzschelstiege & Co vergleichen kannst. Klettern oder schwindelfrei sein musst du hier nicht. Über Metalltreppen, Leitern und Holzbohlen bahnt sich der Weg durch die Felsschlucht nach oben, fast direkt bis zur Schrammsteinaussicht. Der Weg ist dabei auch für eher ungeübte durchaus machbar. Du solltest dennoch trittsicher sein und natürlich an festes Schuhwerk denken. Eine Sicherung oder dergleichen brauchst du für den Wildschützensteig nicht.

Wildschützenstein Schrammsteine

Schwierig ist einzig der Einstieg in den Wildschützensteig, wo du über ein schmales Felsband nach oben gelangen musst. Hierbei nützt dir vor allem das zusätzliche Geländer zum Festhalten. Etwas knifflig wird es höchstens bei Nässe oder im speziell im Winter bei Schnee und Eis.

 

Das Wichtigste zum Wildschützensteig zusammengefasst:

  • anstrengend aber nicht gefährlich
  • für Kinder geeignet
  • nur im Aufstieg möglich
  • gut ausgeschildert
  • keine besondere Ausrüstung nötig

Magst du die Sächsische Schweiz genauso wie wir und bist noch auf der Suche nach geeigneten Wanderzielen? Hier haben wir dir unsere liebsten Wanderungen und Sächsische Schweiz Sehenswürdigkeiten verlinkt.

Jägersteig: Für weniger Trittsichere

Der Jägersteig eignet sich perfekt für den Abstieg, wenn du die Schrammsteinaussicht als Ziel hattest und nun wieder zu deinem Ausgangspunkt wandern möchtest. Nach unseren Erfahrungen ist es der schnellste Weg zurück. Der Jägersteig ist im Vergleich zum Wildschützensteig nochmals um einiges einfacher und besteht im Grunde nur aus Metalltreppen. An dieser Stelle erinnert er an die Heilige Stiege, die im Grunde auch nur aus Treppen besteht.

Traust du dir den Wildschützensteig nicht zu – vielleicht bist du nicht wirklich trittsicher – dann wähle auch für den Aufstieg den einfacheren Jägersteig. Auf deinem Weg zurück kannst du hier ebenso absteigen. Alles kein Problem. 😉

Das Wichtigste zum Jägersteig:

  • einfach, aber bergauf etwas anstrengend
  • für Kinder geeignet
  • im Auf- und Abstieg möglich
  • keine besondere Ausrüstung nötig

 

Wanderung zu den Schrammsteinen: Zahnsgrund als Ausgangspunkt

Einen hervorragenden Ausgangspunkt für deine Schrammsteine Wanderung bietet dir der Zahnsgrund. Etwas oberhalb von der beliebten Schrammsteinbaude befindet sich rechterhand ein kleine, etwas unebener Parkplatz. Dieser ist kostenlos, allerdings am Wochenende hoffnungslos überfüllt. Parke auf keinen Fall am Straßenrand, das Ordnungsamt von Bad Schandau ist hier sehr fleißig. Etwas weiter oberhalb findest du noch weitere, ausgeschilderte Parkplätze. Diese sind zwar kostenpflichtig, aber immer noch deutlich billiger als ein Ticket an der Windschutzscheibe. 😉 Aber auch von Bad Schandau aus gelangst du zur bekannten Aussicht, du musst nicht im Zahnsgrund parken.

Anmerkung Juli/August 2022: Der kleine, kostenlose Parkplatz im Zahnsgrund ist mittlerweile leider gesperrt. Vielen Dank an Susanne für den Hinweis!

Felsen Sandstein Schießgrund

Über den Wildschützensteig zur Aussicht

Über den Schießgrund oder auch den Lattengrund wanderst du von deinem Parkplatz aus in Richtung Schrammsteine. Hier orientierst du dich am besten an der Ausschilderung, so kannst du dein Wanderziel nicht verfehlen. Am Schrammtorwächter folgst du nun zunächst dem Schrammsteinweg entlang der Felsen. Dieser Weg ist ein sehr einfacher Waldweg, der keinerlei Schwierigkeiten bereitet. Linkerhand erblickst du zahlreiche Zugänge zu Kletterfelsen, die du allerdings alle ignorieren kannst. Nach einem guten Stück erreichst du eine Weggabelung, wobei linkerhand der Wildschützensteig in Richtung Schrammsteinaussicht abbiegt.

 

Der nun beginnende Pfad schlängelt sich durch eine teils nass-kalte Schlucht. Wie oben beschrieben gibt es einige Leitern und Treppen zu überwinden, wobei speziell am Wochenende hier großer Andrang herrscht. Hast du zeitlich die Wahl, dann laufe am besten unter der Woche hinauf zur Aussicht. Sowohl in puncto Wildschützensteig, als auch auf der eigentlichen Aussicht bist du fast allein.

 

Schneller Abstieg über den Jägersteig

Hast du die Schrammsteinaussicht genossen und möchtest nun zurück, wanderst du idealerweise über den Jägersteig. Nach dem kurzen Abstieg von der Aussicht passierst du nun zunächst das oberen Ende des Wildschützensteigs. Hier bist du im Aufstieg rausgekommen. Über den nun verlaufenden Pfad hast du rechterhand einen schönen Fernblick auf die weitere Sächsische Schweiz und Felsen in der näheren Umgebung.

Ausblick Gratweg

Diesen Steig lassen wir rechts liegen und folgen dem Weg zunächst geradeaus. Nach einem kurzen Stückchen erreichst du eine Kreuzung, die dich linkerhand zum Mittelwinkel und rechts zum Gratweg führt. Du wählst den Gratweg – im übrigen ebenso spannend – und folgst diesem zunächst im weiteren Verlauf. Wundere dich nicht, dass die Wegführung hier etwas uneben und über kleine Stufen auf und ab führt. Schon kurze Zeit später entdeckst du rechterhand den ausgeschilderten Abzweig zum Jägersteig. Zunächst verläuft der Jägersteig hier im Zickzack über einige Treppen, später allerdings eher gewöhnlich und ohne besondere Schwierigkeiten. Den Jägersteig hast du geschafft, wenn du die Kreuzung Schrammsteinweg- Beginn Wildschützensteig erreichst. Von hier läufst du bequem zurück über den Obrigensteig und Lattengrund zu deinem Auto.

Abzweig vom Gratweg auf den Jägersteig

Kombination mit weiteren Wanderzielen

Hast du nach der Schrammsteinaussicht noch Lust und Zeit, deine Wanderung zu verlängern, dann kannst du beispielsweise beim Rückweg anstelle des Gratwegs den Mittelwinkel zum Abstieg wählen und einen Abstecher zur Hohen Liebe oder dem Falkenstein unternehmen. Ebenso möglich ist der eben genannte Gratweg: Über diesen gelangst du zur Breiten Kluft, wo du eine schöne Weitsicht in der Sächsischen Schweiz genießt. Über den Schrammsteinweg gelangst du zurück zum Ausgangspunkt. In einem gesonderten Beitrag haben wir dir den Weg von Bad Schandau zur Schrammsteinaussicht und zur Breiten Kluft ausführlicher vorgestellt. Natürlich erreichst du auch von Schmilka – etwa über die Rotkehlchenstiege – die Schrammsteine, wobei der Weg auf jeden Fall eine recht gute Kondition erfordert.

Hast du Fragen oder Anregungen zum Wildschützensteig oder Jägersteig im Gebiet der Schrammsteine? Schreibe gern einen Kommentar unter diesem Beitrag!

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4 Kommentare

  • Reply Annegret Schwerke 16. Juli 2022 at 07:17

    Hallo Nine und Robert, ich war vorige Woche auf den Schrammsteinen. Ich weiss nicht, welche Aufstieg ich genommen habe.Würde es sehr gern aber nachvollziehen können.Ist es möglich, dass wir per Mail kommunizieren?Danke für eine Antwort.

    • Rob Profilbild
      Reply Rob 21. Juli 2022 at 12:28

      Hallo Annegret,

      danke für deinen Kommentar. Sehr gern – wenn du direkt Fragen hast, dann schreib uns eine Mail an hallo[at]dinosontour.de 🙂

      Viele Grüße,
      Robert

  • Reply Susanne 31. Juli 2022 at 13:16

    Hallo Robert,

    toller Bericht und sehr schön zu lesen, auch wenn man besagte Wege bereits des öfteren gegangen ist.

    Vor 3 Wochen war ich wieder einmal in meiner Heimat und bin bereits sehr früh aufgebrochen zu den Schrammsteinen. Zum einen wollte ich die morgendliche Stille genießen, zum anderen Carolafelsen, Kirnitschtal und Hohe Liebe gleich mit erwandern.

    In Deinem schönen Beitrag solltest Du für die Zukunft den kleinen, aber feinen Parkplatz im Zahnsgrund entfernen, da dieser nicht mehr zulässig ist.

    Ich habe mich sehr gewundert, dass der Parkplatz abgesperrt und mit einigen Forstfahrzeugen beparkt war. Da allerdings bereits einige Fahrzeuge am Rand davor standen, habe ich mich einfach dazu gestellt, ohne irgend jemanden auch nur ansatzweise zu behindern. Erst zuhause hatte ich dann die Gewissheit, dass ich Strafe zahlen soll (also nichts an der Scheibe).

    Mittlerweile ist der Parkplatz nicht mehr auf Google bzw. wurde er jetzt als “dauerhaft geschlossen” beschrieben. Warum auch immer Parkplätze in der Hauptsaison geschlossen werden, jetzt ist es wenigstens offiziell. Ich habe die Wanderung noch direkt von dem Parkplatz geplant, weil es nicht ersichtlich ist. Aber wenn man es vorher weiß, kann man es vorher besser planen. Daher die Anmerkung.

    Jetzt hoffen wir einfach alle, dass die derzeitige Katastrophe bald vorbei ist und sich die Natur davon erholen kann. Tolle Seite, weiter so! Alles Gute und liebe Grüße, Susanne

    • Rob Profilbild
      Reply Rob 2. August 2022 at 07:49

      Hallo Susanne,

      vielen Dank für die lieben Worte und die aktuellen News! Wir setzen das gleich im Beitrag mit um. Der kleine Parkplatz im Zahnsgrund war gerade unter der Woche sehr attraktiv, da dann meist nicht so viele Besucher unterwegs waren. Wir hoffen ebenso sehr, dass sich die aktuelle Situation im Nationalpark bald wieder entspannt!

      Viele Grüße
      Robert

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